Apfelpunsch und Bratäpfel mit Vanillesauce

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Welche ist die winterlichste, kuscheligste, gemütlichste aller Nachspeisen, wenn es draußen kalt und eisig ist? Ganz klar: Bratäpfel. Und Bratäpfel gehören nur in eines: Vanillesauce.

Ich schäme mich ja etwas zuzugeben, dass ich in meinem Leben noch nie Bratäpfe gemacht habe. Es gab einmal einen Versuch, der ist 18 Jahre her. Da habe ich in einer Wohnung in Wien gelebt, die zwar wunderschön gelegen, aber alt und zugig wie ein Vogelhaus war. In dieser Wohnung gab es einen Holzofen, der wiederum eine Aussparung hatte, in dem man wunderbar Äpfel braten können sollte. Laut Angaben meiner Eltern, die in dieser Wohnung etwa 25 Jahre vor mir gelebt hatten.
Was soll ich sagen. Nach drei Stunden waren die Äpfel immer noch kalt und hart, und ich habe frustriert aufgegeben. Der Holzofen hat zwar brav vor sich hin geheizt, aber er hat alles erwärmt bis auf die Äpfel. Diese völlige Sinnlosgkeit des romantischen Gedankens von Bratäpfeln aus dem Holzofen hat mich das gesamte Konzept von Bratäpfeln für Jahre vergessen lassen…

… bis zur Geburt von Lieblingsspeise.

Fragt mich, wie ich drauf komme – keine Ahnung. Pinterest tut seine Wirkung, und die a*kalten Temperaturen draußen wohl auch. Meine derzeitige unfassbare Gier nach Süßem hilft auch nicht weiter. Also Bratäpfel. So ein dankbares Rezept. Rein kommt, was da ist. Im Prinzip ist es ein Apfel mit Keksfülle. Zucker, Butter, Fett und ein paar Pro-Forma-Trockenfrüchte, von denen 50 % in Rum eingelegt sind. Sounds like my idea of heaven.

Bratäpfel mit Vanillesauce | Foodblog | Lieblingsspeise.at

Das Drama der Vanillesauce

Das Drama der Vanillesauce ist eigentlich keines. Denn Vanillesauce, ECHTE Vanillesauce, ist super easy gemacht und schmeckt zum HINEINLEGEN. Also so richtig kopfüber, pfeif drauf, platsch und hinein. Einfach göttliccccchhhhh. Und wie macht der Durchschnitt der Menschheit Vanillesauce? Mit Vanillepuddingpuver.

Dazu sage ich nur eines:

BÄH.

Vanillepuddingpulver ist wie der Alptraum, der mich sogar im Hellen verfolgt. Ich habe mit 7 Jahren zum ersten Mal E.T. gesehen, und bis heute ist das für mich der erste Horrorfilm meines Lebens. Da hat es nämlich angefangen, dass ich mich gefürchtet habe vor Dingen, die unter meinem Bett hervorkriechen.
„E.T. nach Hause telefonieren!“
Ja genau, grauenhaft. Diese Finger, aaaaah! Packe ich bis heute nicht.
Und mit Vanillesauce aus Vanillepuddingpulver geht es mir bis heute ähnlich. Heute, mit 30undirgendwas Jahren kriechen keine ekligen langen E.T.-Finger unter meinem Bett hervor, sondern meine Albträume bestehen daraus, dass ich meinen Traummann treffe und plötzlich 200 Kilo wiege, dass ich in einem Auto fahre, dessen Bremsen versagen, und aus Vanillesauce aus Vanillepuddingpulver.

Leute! Echt jetzt! Richtige, hausgemachte Vanillesauce dauert 10 Minuten! Da reden wir nicht von echter Sauce Bolognese, die 10 Stunden lang köcheln muss vs. Knorr-Bolognese, die 3 Minuten braucht. Wir reden von 10 Minuten Lebenszeit getauscht gegen die geilste Vanillesauce der Welt!

Ich werde jetzt T-Shirts drucken lassen und mit denen reich werden. Und da steht nur eines drauf: „Echte Vanillesauce for Future.

Fazit: Geil, geil, geil.

Dass ich jetzt gerade, um 22:30 in der Nacht am PC sitze, Bilder bearbeite und diesen Artikel schreibe, liegt nur daran, dass ich einen megacoolen Tag hatte, voller Wein, Freude, Spaß und wunderbaren Essens. Und dann bin ich um 21 Uhr draufgekommen: Ups! Da war doch was. Content Management und so. Und der Content Plan sagt für morgen, 2 Adventsonntag, folgendes: Bratäpfel mit Vanillesauce. Weil Vorweihnachtszeit.

Na gut, die Bratäpfel und die Vanillesauce waren eh fertig. Also schnell angerichtet und fotografiert, alles gut. Nun steht das Zeug aber da und will entweder zurückgeleert oder gegessen werden. Ich habe also versucht, den Teller mit herrlichstem Bratapfel mit Vanillesauce meinem Vater schmackhaft zu machen. Der war allerdings pragmatisch und hat alles 50:50 aufgeteilt. Nach allem, was ich vorher schon gegessen habe, ist mir jetzt ein bissl schlecht, was aber keinesfalls an der Qualität der Bratäpfel oder der hammergeilen Vanillesauce liegt. Quantität ist nicht alles. Echt jetzt.

Merket: Auch der Apfelpunsch ist der Hit

In meinem Monolog über Bratäpfel und Vanillesauce ist jetzt leider der beinahe legendär zu nennende, obwohl gerade erst Premiere-gekochte Apfelpunsch zu kurz gekommen, dessen Rezept ihr weiter unten unter dem Bratäpfel-Rezept findet. Ich werde ihm noch einen eigenen Blogpost widmen. Bis dahin muss euch meine kurze aber eindringliche Garantie reichen, dass er der Hammer ist! Sollte jemand von euch in Zukunft einen Punschstand aufmachen und dieses Rezept verwenden ist das total in Ordnung für mich, solange ich an Tantiemen Gratis-Punsch kassieren kann. Die anderen dürfen ihn gerne nachkochen und alle Lobeshymnen persönlich einheimsen, genießt die Komplimente. Und die kommen. Garantiert.

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Bratäpfel mit Vanillesauce

Die kuscheligste Winter-Süßspeise der Welt Hygge pur!
Zubereitungszeit 30 Min.
Backzeit 40 Min.
Arbeitszeit 1 Std. 10 Min.
Gericht Süsses
Land & Region Österreichisch
Portionen 4 Personen

Equipment

  • Apfelgehäuse-Ausstecher

Zutaten
  

Bratäpfel

  • 4 Äpfel fest und säuerlich
  • 20 g Walnüsse
  • 1 TL Vanillepaste oder etwas Vanilleextrakt
  • 3 EL Zitronensaft
  • 4 Marillen getrocknet
  • 3 EL Rosinen am Vortag in Rum eingelegt
  • 3 TL Marmelade nach Wahl
  • 1/2 TL Zimt
  • 4 TL brauner Zucker
  • 4 TL Butter

Vanillesauce

  • 300 ml Milch
  • 200 ml Schlagobers
  • 3 EL Vanillezucker
  • 1 Vanilleschote
  • 3 Eigelb
  • 1 Ei

Anleitungen
 

  • Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Für die Apfel-Füllung die Walnüsse hacken und die getrockneten Marillen klein schneiden.
    Alle Zutaten außer Zucker und Butter gut vermischen.
  • Das Kerngehäuse der Äpfel mit einem Ausstecher entfernen oder mit einem dünnen Messer ausschneiden.
  • Die Füllung in den Hohlraum der Äpfel drücken.
    Die Äpfel in eine ofenfeste Form setzen. Auf jeden Apfel 1 TL brauner Zucker und 1 TL Butter setzen.
  • Die Äpfel ins Backrohr schieben und 40 Minuten lang braten.
  • Die Vanillesauce wird über einem Wasserbad zubereitet. Dafür in einem Topf Wasser zum Kochen bringen. Das passende Gefäß dazu soll das Wasser, wenn es auf den Topf gestellt wird, nicht berühren.
  • Milch, Schlagobers und Zucker im Gefäß verrühren. Die Vanilleschote aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mitsamt der ausgekratzten Schotenhälften zur Milchmischung geben.
  • Die Milchmischung über dem Wasserbad erhitzen, sie darf aber nicht zu kochen beginnen.
  • Die Eigelbe und das ganze Ei in die Milchmischung geben, dabei ständig ununterbrochen rühren. Vorsicht, dass die Mischung nicht zu heiß wird, sonst gerinnt das Ei.
  • Ständig rühren, bis die Mischung beginnt, einzudicken. Dann vom Wasserbad nehmen und noch eine Minute weiterrühren.
  • Vanillesauce auf vier Schüsseln aufteilen und die fertig gebratenen Äpfel darauf setzen. Mit etwas Staubzucker bestreuen und servieren.
Keyword Obst, Weihnachten
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Apfelpunsch

Fruchtig, nicht zu süß und mal etwas anderes. Das perfekte alkoholische Heißgetränk für die Advents- und Winterzeit.
Zubereitungszeit 45 Min.
Arbeitszeit 45 Min.
Gericht Drinks
Land & Region Österreichisch
Portionen 6 Portionen

Zutaten
  

  • 1 Liter naturtrüber Apfelsaft
  • 2 Orangen den Saft davon
  • 2 EL Vanillezucker
  • 1 Zimtstange
  • 5 Nelken
  • 2 Sternanis
  • 150 ml Rum
  • 50 ml Calvados optional

Anleitungen
 

  • Apfelsaft, Orangensaft, Zucker und Gewürze in einem Topf zum Kochen bringen. 10 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.
    Von der heißen Herdplatte nehmen, und mindestens 30 Minuten lang ziehen lassen.
  • Den Alkohol untermischen.
  • Mit Orangenscheibe oder Apfelstückchen servieren.
Keyword Alkohol, Punsch & Co

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