Sachertorte mit Kokos-Karamell

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Wenn ihr schon meine Lieblingsbücher durchgestöbert habt, dann habt ihr bestimmt unter dem wunderbaren Buch „Süßes aus dem Sacher“ gelesen, dass ich kein Fan von der Originalen Sacher Torte bin. Das ist nämlich das trockenste Stück Kuchen, das ich in meinem Leben jemals probiert habe. Ich glaube, das essen (und bezahlen) nur Touristen… 😉
Aber natürlich gilt: Motzen kann jeder, und zuerst muss man es mal selbst besser machen. Das kann ich. Quot erat demonstrandum. Ich präsentiere euch meine wunderbar saftige und schokoladige Sachertorte á la Martina!

Erst die No-Go’s machen sie perfekt!

10 Eier! Semmelbrösel! Und Kokos!
Wer mein Rezept liest fällt wahrscheinlich mal kurz vom Hocker. Aber wirklich, das hat alles seine Berechtigung. Mit dieser Kombination bleibt diese Sachertorte so saftig wie keine andere! Keine Sorge, die Kokosflocken schmeckt man nicht heraus. Wenn ihr zweifelt könnt ihr sie auch gerne durch die gleiche Menge Semmelbrösel ersetzen.
Die Semmelbrösel müssen auf jeden Fall sein. Die sind der Trick und das Geheimnis. Ehrlich – probiert es aus, ihr macht nie wieder etwas anderes!
Naja und die Eier… Ganz ehrlich? Wenn die Torte in 12 Stücke geteilt wird, dann entfällt auf jedes Stück weniger als ein Ei. Damit kann man schon mal leben! 😉

Warum eigentlich Karamell?

Ich stelle die Gegenfrage: Warum eigentlich nicht? Karamell ist einfach geil. Er sieht auch sehr hübsch aus auf der Glasur. Vor allem dann, wenn man für Glasuren ein besseres Händchen hat und nicht alle so dermaßen grauenhaft aussehen wie meine. Immer nur Schlagobers auf einer Sacher kann ja auch nix, oder?
Die Kalorien darf man ohnehin bei diesem Prachtstück nicht zählen. Wie wir in Österreich so schön sagen würden: „Des Karamell is donn a scho wurscht.“

Apropos Karamell: Hütet euch vor Karamell. Es ist eigentlich ganz einfach zuzubereiten, aber Zucker wird beim Schmelzen wahnsinnig heiß. Bitte haltet Kinder, Haustiere und gegebenenfalls Männer vom Herd fern, wenn ihr Karamell kocht. Vor allem, wenn die Flüssigkeiten zugegossen wird. Spritzt euch der geschmolzene Zucker auf die nackte Haut, habt ihr eine Erinnerung für’s Leben. Zugegebenermaßen ist die Torte dafür gut genug, aber überlegt euch in diesem Fall lieber ein Tattoo als eine Narbe. Ein Freund von mir hat beides: Tattoos und Karamell-Narbe, aber zweiteres hätte er sich bestimmt lieber gespart.

Leider war ich beim Karamellkochen alleine daheim, sonst hätte ich um ein Foto von mir gebeten. Langärmeliges Shirt, lange dicke Ofenhandschuhe, Schürze und ein Coronavirus-Plastikvisier (damit die Dinger für irgendwas gut sind, jetzt, wo man sie nicht mehr tragen darf). Sah bestimmt ultra-chic aus.

Zum Abschluss für Klugscheißer:

Es gibt nur eine Torte, die sich die Originale Sacher Torte nennen darf, und das ist jene von der Konditorei Sacher in Wien. Darüber gab es aber einen sehr berühmten Streit, denn die Torte wurde zwar von einem Konditor-Lehrjungen aus der Familie Sacher erfunden, der hat zu dieser Zeit aber in der genauso berühmten Konditorei Demel gelernt.

Kurz und gut: Der jahrelange Streit wurde beigelegt und das Original dem Sacher zugesprochen. Auch die Schreibweise „Originale Sacher Torte“ bleibt ausschließlich diesem vorbehalten.

Deswegen darf ich auch völlig schamlos meine Schokoladentorte als „Sachertorte“ bezeichnen! 🙂

Schokoladentorte mit Kokos-Karamell | Foodblog | Lieblingsspeise.at

Sachertorte mit Kokos-Karamell

Angelehnt an die berühmte Sachertorte, aber viiiiel saftiger! Für Zuckerschnäuzchen mit Kokos-Karamell als Extrakick
Zubereitungszeit 2 Stdn.
Backzeit 50 Min.
Arbeitszeit 2 Stdn. 50 Min.
Gericht Süsses
Land & Region Österreichisch
Portionen 12 Portionen

Equipment

  • Springform 28 cm

Zutaten
  

  • 250 g Butter zimmerwarm
  • 130 g Staubzucker
  • 100 g Kristallzucker
  • 10 Dotter
  • 10 Eiweiß
  • 4 cl Rum
  • 250 g Zartbitter-Schokolade
  • 100 g Semmelbrösel
  • 100 g Kokosette

Für den Überzug

  • Schokoladenglasur
  • 300 g Marillenmarmelade passiert
  • 4 cl Rum

Für das Kokos-Karamell

  • 150 g weißer Zucker
  • 150 g Kokosmilch
  • 50 g Butter

Anleitungen
 

  • Das Backrohr auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Eine Springform gut ausbuttern und mit Semmelbrösel ausstreuen.
  • Die Butter mit dem Staubzucker schaumig rühren. Nach und nach die Eidotter und den Rum zugeben. Die Masse soll schaumig werden.
  • Die Zartbitter-Schokolade schmelzen und in die Masse rühren.
  • Eiklar mit Kristallzucker zu Eischnee schlagen.
  • Vorsichtig zuerst den Schnee, dann Semmelbrösel und Kokosette unter die Teigmasse heben.
  • Den Teig in die Springform füllen und im Backofen für ca. 50 Minuten backen. Nach der halben Backzeit kontrollieren, dass der Kuchenboden nicht zu dunkel wird – ev. mit Alufolie abdecken.
    Am Ende der Backzeit Stäbchenprobe machen.
  • Den Kuchen aus dem Ofen nehmen. Vorsichtig die Springform öffnen. Sollte der Kuchenrand etwas festgebacken sein, mit einem dünnen Messer ablösen.
    Komplett auskühlen lassen.
  • Marillenmarmelade in einem Topf mit dem Rum erwärmen, sodass sie etwas flüssiger wird.
  • Wenn der Boden abgekühlt ist die Oberfläche mit einem langen Messer eben schneiden. Dann den Boden in der Mitte durchschneiden. Die obere Hälfte vorsichtig abheben.
  • Den unteren Boden mit Marillenmarmelade bestreichen, dann die Böden wieder zusammensetzen. Nun die Torte rundum mit Marillenmarmelade bestreichen.
    Das Ganze an einem kühlen Ort oder im Kühlschrank komplett trocknen lassen. Das geht auch gut über Nacht (abdecken!).
  • Die Schokoladenglasur erwärmen um sie zu verflüssigen. Den Kuchen auf ein Glasiergitter setzen. Die Schokolade auf die Tortenoberfläche leeren und rasch mit einer Palette oder einer Teigkarte die Glasur gleichmäßig auf der Oberseite und dem Rand verteilen.
    Die Glasur fest werden lassen.
  • Für das Kokos-Karamell die Butter in einem Topf schmelzen und den Zucker einstreuen. Bei voller Hitze unter ständigem Rühren den Zucker schmelzen lassen. Nun die Farbe genau beobachten: Das Karamell sollte ein helles Goldbraun haben (Vorsicht: dunkelt nach dem Wegziehen von der heißen Platte noch nach).
    Nun die Kokosmilch in den geschmolzenen Zucker leeren.
    VORSICHT: Der geschmolzene Zucker ist extrem heiß und kann dabei spritzen. Karamell kann sehr böse Verbrennungen verursachen!
    Der Zucker verklumpt in der Kokosmilch, das ist normal. Nun so lange rühren, bis sich das Karamell in der Kokosmilch aufgelöst hat (kann ein bisschen dauern).
  • Zum Servieren die Torte auf einen Tortenteller setzen und unregelmäßig mit dem abgekühlten Kokos-Karamell übergießen.

Notizen

Bitte beim Hantieren mit Karamell höchste Vorsicht walten lassen!
Das Kokos-Karamell wird auch nach dem Abkühlen nicht mehr fest. Wenn etwas übrigbleibt lässt sich daraus zum Beispiel ein herrlicher Karamell-Café-Latte zaubern!
Keyword Festmahl, Schokolade, Torte

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