Wiener Saftgulasch

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Der Frühling naht, aber beim derzeitigen Wetter mit den für die Jahreszeit zu niedrigen Temperaturen merkt man davon nicht viel. Mein Zuhause geht langsam über vor Tulpen, die die grauen Tage für mich aufhellen. Zeit wird’s, dass wir wieder Zeit draußen verbringen können. Und das bitte ohne Jacke!
Der einzige Vorteil daran, noch ein paar kalte Tage zu durchleben: Es sind die letzten Tage für den Genuss von winterlichem Soulfood. Zugegeben, ein Gulasch geht eigentlich immer. Aber dennoch ist man in der warmen Jahreszeit mit dem Herz nicht so richtig dabei. Deshalb passt es jetzt gerade absolut perfekt bei stürmischem Westwind und Temperaturen unter 5 Grad!
Mein Lieblingsgulasch ist das Wiener Saftgulasch. Der Zwiebelsaft macht es so wunderbar sämig und geschmackvoll.

Tränenreich erarbeitet

Ein Wiener Saftgulasch kennzeichnet sich vor allem durch den hohen Zwiebelanteil im Gulaschsaft. Das ist geschmacklich zwar der Hit, hat aber einen großen Nachteil: das Zwiebelschälen. Wer also einen Partner oder eine Partnerin hat, die sich beim Kochen gerne zurückhält aber eine gute Küchenhilfe ist(ja, das gibt es): Jetzt wisst ihr, welche Arbeit ihr abtreten solltet.
Ich, in meiner All-in-One-Funktion von Chef de Cuisine bis zur Tellerwäscherin, komme leider um’s eigenhändige Zwiebelschälen und Schneiden nicht herum. Wenn ich also behaupte, in meinem Gulasch stecken meine Tränen, dann ist das völlig korrekt. Ein bisschen Wimperntusche ist da wohl auch dabei. Hey – man braucht eben immer eine Geheimzutat! (Auf die Frage hin: „Ich habe es genau nach deinem Rezept nachgekocht, aber ich krieg’s einfach nicht so gut hin wie du!“ …. Tja. Hier das Geheimnis: Maybelline Colossal 100 % Black.)

Zwei Kilogramm Zwiebel schälen ist echt keine Freude. Natürlich könnt ihr die, zugegeben riesige, Rezeptmenge halbieren. Aber:

Je mehr Gulasch, desto besser wird es

Eine einfache Tatsache. Kleine Mengen machen keinen Geschmack. Isso. Wenn ich also ein Wiener Saftgulasch produziere, dann gleich mal für eine Kompanie. Zwei Tage essen wir davon, dann friere ich den Rest in Einzelportionen ein, und ab damit in den Gefrierschrank. Wer eine extra Gefriertruhe hat, ist klar im Vorteil. Ich mag dieses Vorkochen einfach wirklich gerne. Wenn man dann mal gar keinen Bock hat, sich in die Küche zu stellen, dann geht man einfach zum Tiefkühler, wählt sich ein hausgemachtes Menü aus, taut es auf und fertig. Kein Fertigessen oder der Bestellservice vonnöten. Auch für das Büro ist es ideal: Am Vortag die gefrorene Portion in den Kühlschrank stellen, am nächsten Tag in die Arbeit mitnehmen, und schon kassiert man neidische Blicke von den Wurstsemmel-futternden Arbeitskolleginnen und -kollegen.

Leidet man natürlich unter einem kleinen Kühlschrank mit nur einem Tiefkühlfach, dann wird das Vorkochen schwierig. In diesem Fall halbiert ihr einfach die angegebenen Mengen für das Wiener Saftgulasch und braucht euch die nächsten zwei Tage nicht mehr um’s Kochen kümmern. Ist doch auch praktisch.

Außerdem ideal: Als Mittagessen für die am Wochenende anrückende Verwandtschaft. Einfach ein oder zwei Tage vorher vorkochen, und schon steht man nicht mehr alleine in der Küche, wenn die Gäste freudig den Empfangs-Prosecco schlürfen.

Als Beilage eignen sich übrigens wunderbar Semmel- oder Serviettenknödel, Spätzle, Butternockerl oder auch in Butter geschwenkte Nudeln. Auch super: frisches Weißbrot zum Auftunken des herrlichen Gulaschsafts. Probiert doch mein Weizen-Sauerteigbrot dazu! 🙂

Wiener Saftgulasch | Rezept | Foodblog | Lieblingsspeise.at

Wiener Saftgulasch

Ein klassisches Wiener Gulaschrezept mit dickem Saft aus der Grundzutate Zwiebel. Ideal auch zum Einfrieren geeignet.
Zubereitungszeit 1 Std. 2 Min.
Kochzeit 3 Stdn.
Gericht Hauptgericht
Land & Region Österreichisch
Portionen 10 Portionen

Zutaten
  

  • 2 kg Rindsgulasch-Fleisch in groben Würfeln
  • 2 kg Zwiebel
  • 50 ml Essig
  • 6 EL Paprikapulver edelsüß
  • 1 Liter Rindssuppe
  • 100 g Tomatenmark
  • 6 Zehen Knoblauch
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 TL gemahlener Kümmel
  • 2 EL getrockneter Majoran
  • 1 Zitrone die Schale davon
  • Öl zum Anbraten, Salz, Pfeffer, ev. Rindssuppenpulver
  • Petersilie frisch

Anleitungen
 

  • Die Zwiebel schälen und hacken. Die Knoblauchzehen ebenfalls fein hacken. Alle Zutaten bereitstellen.
  • In einem großen Topf großzügig Öl erhitzen und die Zwiebel darin anbraten, bis sie bräunen.
  • Das Paprikapulver rasch unterrühren, mit dem Essig und der Rindssuppe ablöschen.
  • Zugedeckt dünsten lassen, bis die Zwiebel weich sind (ca. 15 Minuten).
  • Die Zwiebel entweder pürieren oder passieren. Beim Passieren wird der Gulaschsaft völlig glatt. Wenn man die Zwiebel nur püriert, hat er Struktur.
  • Alle weiteren Zutaten hinzufügen und gut verrühren.
    Das Gulasch 2 bis 3 Stunden sanft köcheln lassen, bis das Fleisch weich ist.
  • Das Gulasch mit Salz, Pfeffer und Rindssuppenpulver abschmecken.
  • Am besten über Nacht an einem kühlen Ort durchziehen lassen und am nächsten Tag nochmals aufkochen.
    Mit frischer Petersilie bestreut servieren.

Notizen

Das Wiener Saftgulasch eignet sich hervorragend dafür, es portionsweise einzufrieren. So hat man stets ein hausgemachtes Gericht rasch zur Verfügung. So zahlt sich die große Menge aus.
Ansonsten kann man die Angaben problemlos halbieren.
Zum Gulasch passen wunderbar Semmelknödel, Nockerl oder in Butter geschwenkte Bandnudeln oder Fusili.
Keyword Eintopf, Fleisch

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