Vollkornbrot mit Kürbiskernen

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Frisches Brot ist einfach eines der genialsten Lebensmittel der Welt. So einfach, so simpel, so unprätentiös. Da kann man mit den teuersten, seltensten und besten Luxusspezialitäten kommen – aber nichts geht über ein Stück herrliches Brot mit Butter.
Und jetzt kann man natürlich streiten über Nährwerte helles oder dunkles Brot betreffend. Weißes Brot wurde lange Zeit total verteufelt (das wurde übrigens auch schon widerrufen). Ich liebe ja weißes und helles Brot, aber kann man sagen was man will: Vollkornbrot ist einfach nährwerttechnisch sinnvoller. Während bei Weißmehl nur der Mehlkörper des Korns verwendet wird, wird beim Vollkornmehl auch die Randschicht und der Keimling mitverarbeitet. Mehr Ballaststoffe und langkettige Kohlenhydrate. Macht länger satt und mehr Sinn. Soweit so gut.

Vollkornbrot ist nicht gleich Vollkornbrot

Vor vielen Jahren, als es dieses große Angebot von Vollkornbrot in den Supermarkt- und Bäckereiregalen noch nicht gab, war unter dem Namen Vollkornbrot das zu bekommen, was ich als Körndlbrot bezeichne. Also sehr grobes Brot. Das bekommt man immer noch, üblicherweise verpackt in ein Plastiksackerl und geschätzte fünf Jahre im Kühlschrank haltbar. Nicht so schlecht, keine Frage. Aber Genussbrot war das für mich nie.

Zum Glück ist irgendwann die Äera des gesunden Brotes aufgekommen. Endlich konnte man Vollkornbrot kaufen, das tatsächlich ein feinporiges, lockeres, leckeres Brot war. Und nichts, wo man einen Diamant-Feinbohrer brauchte, um die Körner wieder aus den Zähnen herauszubekommen.

Vollkornbrot selber machen

Ich will mich ja nicht als Trendsetterin bezeichnen. Ich, die nicht mal als Teenager guten Gewissens als „cool“ zu nennen war. Aber es ist etwa 8 Jahre her, dass ich begonnen habe, selbst Brot zu machen. Mit selbstangesetztem Sauerteig und echt guten Ergebnissen. Also lange vor dem Erster-Corona-Lockdown-März-2020-Brotback-Hype, als in keinem Supermarktregal in ganz Österreich mehr auch nur ein Krümelchen Germ zu finden war.

Selbst gemachtes Sauerteigbrot ist der Hit, ABER. Es braucht Zeit. Und mit einem Vollzeitjob reden wir da über echt knackige Timings von Sauerteigansatz, Vorteig und Hauptteig. Eh lustig. Aber für den Durchschnittsmenschen meiner Meinung nach unbrauchbar.

Und dann gibt es diese seltenen Rezepte, die schneller als ein Rührteigkuchen gehen, echtes Vollkornbrot sind und so lecker schmecken, dass man sich schwört, NIE wieder ein Vollkornbrot zu kaufen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Habe geschworen, habe versagt. Natürlich kauft man weiterhin Brot, aber es ist dennoch etwas Besonderes, hin und wieder einen eigenen Laib aus dem Ofen zu zaubern. Aus irgendeinem Grund verleiht Brot ein archaisches Gefühl der Freiheit. Frei nach dem Motto „Ich kann Brot backen, ich kann jetzt auch in einer Höhle überleben! Wohlstandsgesellschaft, keiner braucht dich!“

Solltet ihr nach dem Ausprobieren dieses Rezepts in eine Höhle ziehen wollen, bitte gebt einen Newsletter heraus. Auf Steinplatten zum Abholen natürlich. Ich bin eine garantierte Abonnentin.
Selbstverständlich freue ich mich aber auch über alle Nachbacker, die wie ich auch nach dem Gelingen des eigenen Brots weiterhin auf 10-cm-Absätzen durchs Leben stöckeln. Brust heraus natürlich, schließlich sind auch wir nun höhlenüberlebensfähig, auch wenn wir uns freiwillig entschließen, dies nicht auszuleben.

Wenn euch mein Vollkornbrot geschmeckt hat, probiert euch doch auch mal an meinem köstlichen Weizen-Sauerteigbrot! 🙂

Vollkornbrot mit Kürbiskernen | Foodblog | Lieblingsspeise.at

Vollkornbrot mit Kürbiskernen

Ganz simples Vollkornbrot. Danach will man keines mehr kaufen!
Zubereitungszeit 45 Min.
Backzeit 50 Min.
Arbeitszeit 1 Std. 35 Min.
Gericht Brot & Gebäck
Land & Region Österreichisch
Portionen 1 Kastenbrot

Equipment

  • Kastenform

Zutaten
  

  • 500 g Dinkelvollkornmehl
  • 1 Pckg. Trockengerm
  • 2 Handvoll Haferflocken
  • 2 Handvoll Kürbiskerne geröstet
  • 1 EL Anhornsirup
  • 400 ml warmes Wasser

Anleitungen
 

  • Das Backrohr auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Die Kürbiskerne hacken.
  • Alle Zutaten zusammenmischen und mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät mit Knethaken zu einem Teig kneten.
  • Die Kastenform ausbuttern. Den Teig mit Hilfe eines Teigschabers einfüllen, er ist eher von klebriger Konsistenz.
    30 Minuten abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.
  • Im Backofen 50 Minuten backen.

Notizen

Statt Kürbiskernen können auch andere Saaten oder Kerne verwendet werden. Sehr gut sind gehackte Walnüsse für ein Walnuss-Vollkornbrot!
Keyword Brot

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